Am vergangen Mittwochabend fand wieder das monatliche TATORT Kurdistan Café im Centro Sociale in Hamburg statt. Thema war dieses Mal „Der Medienkrieg der Türkei am Beispiel Afrin".
Die Botschaften nach außen waren darauf gerichtet, den Krieg als berechtigte Notwendigkeit darzustellen und den Widerstand in Efrîn zu delegitimieren. Dafür wurde die haarsträubende Gleichung „YPG=PKK=DAESH=Terroristen" aufgemacht und auch von deutschen „seriösen" Medien wie ARD (Panorama), die „berechtigten Sicherheitsinteressen" der Türkei herbeigeredet (Sigmar Gabriel) oder von Angriffen der YPG aus Rojava auf die Türkei fabuliert (ZDF, Korrenspondent Jörg Brase).
Obwohl dies alles erwiesenermaßen „Fake-News" sind und es keine dies stützende Belege gibt, war die türkische Propaganda bis in deutsche Staatsmedien hinein erfolgreich. Lediglich die Darstellung, es habe keine zivilen Opfer gegeben, konnte in den Medien nicht transportiert werden. Es gibt einfach zu viele gegenteilige Berichte und Beweise.
Der Vortrag war sehr detailliert und gut geführt, so dass das Publikum bis zuletzt aufmerksam zuhörte.
Krieg? Warum?
Es bleibt die Frage, die keine Frage mehr ist: Warum wird diese Kriegspolitik der Türkei gegen ein fortschrittliches, demokratisches und geschlechterbefreiendes Projekt wie in Rojava so breit von staatlicher Seite wie Regierung und Medien gestützt? Die Antwort findet sich wohl in den „berechtigten Interessen" der Regierungen der einzelnen Nationalstaaten – „systemimmanente Interessen" könnte das auch heißen: Management eines Nationalstaats in Kapitalismus und Patriarchat.