Die Bevölkerung im Iran besteht aus etwa 5 bis 7 Millionen Kurden, weniger als in der Türkei, aber mehr noch als im Irak. Sie machen etwa 10 bis 16 Prozent der Gesamtbevölkerung aus und stellen damit nach den Azerbaidjanern die größte ethnische Minderheit in einem Land dar, das neben den herrschenden Persern zu über 50 Prozent aus verschiedenen Volksgruppen zusammengesetzt ist. Überall im Iran verstreut, auch in Kurdistan, leben Araber, Azerbaidjaner, Turkmenen, Armenier und zahlreiche anderen, die keine Perser sind. Dennoch leugnet die Regierung in Teheran hartnäckig die Existenz dieser Volksgruppen und verbreitet die staatsstabilisierende Legende, im Iran lebten nur "reine Iraner".

Dem zu widersetzen, fällt es den Kurden im Iran besonders schwer, wegen des unzusammenhängenden Siedlungsgebiets.
Hauptsächlich von Kurden besiedelt ist das Hochland im Nordwesten des Iran, ein Gebiet von 125000 Quadratkilometer, das vom Ararat bis zum südlichen Zagrosgebirge reicht. Die bestehenden Grenzen zum Irak und zur Türkei lassen sich beinah unverändert bis ins 17 Jh zurückverfolgen, als Shah Abbad und Sultan Murad die Teilung Kurdistans vertraglich festlegten. Aber auch in der Povinz Khorassan gibt es eine starke kurdische Enklave.Das kurdische Gebiet ist administrativ in drei Provinzen aufgeteilt: West Azerbaidjan, Kermanshah und Kurdistan. Die drei wichtigsten Städte, hoch gelegen und zum Teil von großer historischer Bedeutung, sind Mahabad, Saqqez und Sanandaj.
Trotz günstigen Kontinentalklimas fruchtbaren Bodens, ausgedehnter Wälder und reicher Bodenschätze leben die iranische Kurden immer noch am Rande des Existenzminimums, da die für eine blühende Wirtschaft notwendige Infrastruktur fehlt. Die Bodenschätze sind erschlossen (eine Ausnahme bilden die Erdölfelder bei Kermanshah), Transportwege fehlen und die wenig entwickelte Landwirtschaft bringt nur geringfügige Erträge. Wie in der Türkei gehören die Kurden im Iran zu den ärmsten Bevölkerungsschichten des Landes.
Nicht besonders Reich sind die Kurden auch, wenn es um ihre Grundrechte geht.
Da die Existenz einer kurdischen Nation mit der iranischen Staatsideologie nicht vereinbar wäre, durfte an den offiziellen iranischen Bildungsanstalten, wie Schulen oder Hochschulen, Kurdisch werder gelehrt noch gesprochen werden bis August 2014. Das iranische Ministerium für Wissenschaft und Technologie hat den kurdischen Unterricht an allen Universitäten genehmigt. Zwar existiert eine Reihe von offiziell genehmigten kurdischen Veröffentlichungen, doch sind sie meist derartig linientreu zu Teheran, dass der Jubel über die zwischen Kurden und Persern gepflegte Eintracht fast höhnisch wirkt. Daneben sind immer wieder Schriften erschienen, die die Lage der Kurden anprangerten, auch kurdisch Rundfunktstationen operierten im Untergrund.Die Unterdrückung funktioniert nicht über das Verbot der kurdischen Kultur oder Sprache , sondern über das Darstellen des "Persischen" (Kleidung, Sprache, Tradition, Musik) als das "Zivilisierte" im Gegesatz zu "unzivilisierten" "rückständigen" kurdischen Kultur und Sprache. Kurdisch wird dargestellt als ein verfälschter Ausläufer des  Persischen in den "wilden" ländlichen Regionen im Iran. Über das Schulsystem wird versucht, eine Generation von Kurdi_innen zu kreieren, die sich für ihre Herkunft schämt.
Schämen müssen wir uns aber ganz und gar nicht, dies lässt sich auch unteranderem mit unserer prachtvollen Literatur unterstreichen.
Nach der irakischen Revolution von 1958 haben sich die iranische-kurdische Publikation stark an den irakischen Schriften orientiert, weil in beiden Ländern der Gebrauch des arabischen Alphabets üblich war und in der Türkei das Kurdische so radikal unterdrückt wurde, dass sich dort kein Literatur entwickeln konnte. Nach der Revolution kam es auch zu einer verstärkten politischen Zusammenarbeit der Kurden beider Länder, die allerdings aufgrund der zweifelhaften Allianzen Barzanis zeitweise zu gewalttätigen Feindseligkeiten eskaliert.

Die iranischen Kurden leisteten auch einen unschätzbaren Beitrag zur Entwicklung eines kurdischen Nationalbewusstsein und zur Entwicklung autonomer Strukturen. Erinnert sei hier an Sheikh Ubeidullah Nehri, der 1880 in einer der größten kurdischen Revolten der Geschichte das Gebiet zwischen Urmia und Van-See befreite und als erster auf die Unabhängigkeit ganz Kurdistan hinarbeitete. Viele Kurden und Kurdologen sehen in Ubeidullah den ersten Verfechter der Idee eines eigenständigen Kurdistans überhaupt. Ein weiteres Ereignis, das sich in Iranisch-Kurdistan abspielte und von großer psychologischer Bedeutung für die um Freiheit kämpfenden Kurden ist, war die Errichtung der kurdischen Republik Mahabad im Jahre 1946 durch Ghazi Mohammed. Zwar währte der Kurdenstaat nur elf Monate, aber die Existenz dieser einzigen autonomen kurdischen Republik in diesem Jahrhundert ist im historischen Kurzzeitgedächtnis der Kurden verhaftet und ein bleibender Quell für Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Seit 1945 ist die in diesem Jahr gegründete Demokratische Partei Kurdistan (DPKI) die dominierende Partei im Iran. Sie fordert eine kurdische Autonomie innerhalb der Grenzen des Iran, versucht also eine gewisse Unabhängigkeit durchzusetzen, ohne Separatismus zu propagieren. Insofern ist die DPKI auch nicht ausschließlich eine nationalistische Partei; sie kämpft für eine demokratische Verfassung für den ganzen Iran, für die Rechte aller Minderheiten und für sozialen Ausgleich zwischen Bauern und Großgrundbesitzern. In entscheidenden Jahren wurde die DPKI von Abdulrahman Ghassemlou angeführt, einem umsichtigen Diplomaten, der im Jahre 1989 vom iranischen Geheimdienst in Wien ermordet wurde. Lange kämpfte die DPKI gemeinsam mit anderen revolutionären Kräften im Iran gegen das allen verhasste totalitäre Shah-Regime. Nach dem Sturz des Shahs 1979, an dem die Kurden entscheidend beteiligt waren, flammte kurz die Hoffnung auf eine baldige Realisierung der kurdischen Autonomie auf, geschürt durch Zusagen und Versprechen seitens Khomeinis. Aber nur zu bald mussten die Kurden einsehen, dass Autonomie und Demokratie nicht mit einer totalitären Theokratie vereinbar waren, dass nur ein Unterdrückungsapparat den anderen ersetzt hatte. Khomeini brach alle Versprechen und ging mit Waffengewalt gegen die aufständischen Kurden vor, die sich zu Recht verraten und verkauft fühlten.

 Bis heute hat sich an ihrer Situation nichts Entscheidendes geändert. Die DPKI wird unter der neuen Generation von Kurd_innen in Rojhilat stark unterstützt, da sie noch einmal zeigt, dass Kurd_innen aufstehen, sich dem Feind stellen und stolz auf ihre Identität und Herkunft sein können. Die Jugendlichen von Maku im Norden bis nach Ilam im Süden studieren und verstehen den Demokratischen Konföderalismus und die Werte der Freiheit, Toleranz, Egalitarismus und Ökologie, die daraus entspringt. Der morgige Tag wird noch unbekannte Veränderungen im Iran bringen. Die kurdische Bevölkerung Rojhilats wird wie in Rojava der Fall war, auf die Guerilla zählen, um ihr Leben und ihr Land zu schützen, gegen eine Macht, die vielleicht noch brutaler und zynischer sein könnte als der "Islamische Staat". Wir können diese Phase als Kurden nur vereint gewinnen und unsere bisherigen Gewinne verteidigen. Es sind natürlich auch viele westliche Akteure hier präsent und es werden neue Grenzen gezogen. In so einer Situation ist die gesamte Einheit extrem wichtig.